Weihnachten „zu Hause“

Hallo ihr Lieben,

nächste Woche ist es tatsächlich schon so weit – Weihnachten!

Für die meisten bedeutet das Koffer packen und ab nach Hause. Aber was, wenn es das Zuhause von früher gar nicht mehr gibt?

Noch vor ein paar Jahren sah mein Weihnachten genau so aus, wie bei vielen Kommilitonen heute: Ich hab mir meine sieben Sachen geschnappt und bin wieder nach Hause gezogen. Dort hatte ich noch mein Zimmer mit meinem alten Bett, noch ein paar Klamotten und auch sonst alles, was man so braucht. Also alles gar kein Problem und alles war wie früher, als ich noch ein Kind war. (Mit Ausnahme davon, dass das Wohnzimmer nicht mehr den ganzen Tag abgeschlossen war und erst nach der Messe aufgeschlossen wurde – während der Messe hat das Christkind nämlich die Geschenke gebracht, den Weihnachtsmann gab es bei uns nie 😉 )

Aber heute ist alles anders. Vor etwas mehr als einem Jahr wurde nach der Trennung meiner Eltern das Haus, in dem ich aufgewachsen bin, wo ich mir schon mit 2 Jahren das erste Mal etwas gebrochen habe, wo es jeden Sonntag Kaffeeklatsch gab, verkauft. Und zack, quasi von heute auf morgen gibt es gar kein „zu Hause“ mehr, bzw. nimmt die WG jetzt diesen Posten ein.

Dazu muss man natürlich auch sagen, dass ich mit dem Luxus eines 3-Generationen-Hauses groß geworden bin und jeden Tag meine Großeltern sehen konnte. Ein Besuch bei meinen Eltern war dann nach meinem Umzug automatisch auch immer ein Besuch bei meiner Oma und grundsätzlich waren auch meine Tante und mein Onkel fast jedes Wochenende zum Kaffee da. (Sowas wird einem irgendwie immer erst dann bewusst, wenn man es nicht mehr hat, oder?)

So ganz verdaut habe ich das ganze noch nicht und besonders jetzt vor Weihnachten, wenn alle davon sprechen, dass sie nach Hause fahren, ist es besonders schwer.
„Und fährst du über die Weihnachtsferien auch nach Hause?“ – „Ehm nee, ich denke ich bin die meiste Zeit in Bonn!“ Glücklicherweise kommen meine Eltern ganz gut miteinander klar und müssen sich nicht permanent anschreien, wenn sie im selben Raum sind – danke dafür ♥ Denn ansonsten wäre mein Weihnachten ja noch stressiger, als es eh schon ist.

Was früher ganz unproblematisch einfach ineinander übergegangen ist, benötigt heute einen straffen Zeitplan. (Aktuell macht es mich daher ein wenig glücklich, dass wir keine Großfamilie sind, wo man noch Tage später zu irgendwelchen Verwandten fährt oder Besuch bekommt – das würde den Rahmen wirklich sprengen.) Die meisten Traditionen werden zwar beibehalten, aber da eben nicht mehr alles unter einem Dach stattfindet, muss die Logistik gut geplant werden.

Mein Weihnachten ist also eine kleine Rundreise. Heiligabend bin ich bei meiner Mutter (und der Katze ♥), wo es glücklicherweise immer noch Raclette gibt. Da sie seit neustem ein Schlafsofa hat, brauche ich mir auch gar keine Gedanken machen, sondern kann abends einfach kugelrund gefuttert mit Blick auf den Weihnachtsbaum einschlafen.
Am 1. Weihnachtsfeiertag ist bei uns jedes Jahr klassische „Weihnachtsvöllerei“ angesagt. Zum Mittagessen geht es zu meinem Vater, der ein großartiges Hirschgulasch zaubert – zumindest habe ich mir das so gewünscht, ich will ja nicht gleich alle Traditionen aufgeben. 😉
Ab dem Nachmittag sind dann alle (dazu gehören dann auch Tanten und Onkel, sowie mein Freund) zu Besuch bei meiner Oma, die jedes Jahr Kuchen und Plätzchen für gefühlt 100 Personen backt. Abends gibt es dann ein „leichtes“ kaltes Buffet, nach dem dann auch der letzte das Bedürfnis hat den Gürtel ein wenig weiter zu schnallen.
Der 2. Weihnachtsfeiertag ist dieses Jahr komplett ungeplant, nur ausschlafen steht ganz dick im Kalender. 🙂

Ihr seht, wir haben uns irgendwie mit der neuen Situation arrangiert. Aber auch, wenn es, wie in den Jahren zuvor das gleiche Essen gibt, ist doch irgendwie alles anders. Leben bedeutet zwar Veränderung, aber bei manchen Dingen wünscht man sich ja doch, dass für immer alles so bleibt, oder?

Wie verbringt ihr Weihnachten? Wird groß mit der Familie gefeiert oder doch eher gemütlich und klein? 🙂

Ich wünsche euch und euren Liebsten ein wunderbares Weihnachtsfest und hoffe, dass ihr an den Feiertagen alle in die Arme schließen könnt, die euch lieb und teuer sind! ♥

Bilder von Pinterest

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