Asien-Tagebuch Teil 6: Bali

Wie im vorherigen Blogpost schon erwähnt, war meine Zeit in Bali etwas ganz besonderes für mich. Das erste Mal alleine im Urlaub und dann auch noch am anderen Ende der Welt. Aber alle anfängliche Angst und Aufregung war umsonst, denn die Zeit in Ubud war einfach wunderbar!

Wer überlegt nach Bali zu fliegen, sollte Ubud auf keinen Fall auslassen. Ich habe wirklich selten eine so bunte, aufregende und doch zugleich entspannte Stadt gesehen. Ihr merkt schon, ich hab mich definitiv verliebt!

Schon am ersten Tag habe ich ein kleines Café gefunden, wo ich mich so wohl gefühlt habe, dass ich am liebsten jeden Tag dort gewesen wäre. Das „Juice Ja Café“ im Zentrum von Ubud hatte so eine große Auswahl an fabelhaften Dingen. Und auch, wenn die Preise nicht so „asiatisch günstig“ sind, wie sonst wo, ist das Café definitiv zu empfehlen.

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Auch der Markt von Ubud hat es mir richtig angetan und ich bin in meiner Zeit dort fast jeden Tag einmal drüber geschlendert und hab das vielfältige und bunte Angebot an Souvenirs, Klamotten usw. bestaunt. Ich bin tatsächlich heute noch überrascht, dass ich mich so gut beherrschen konnte und kein Vermögen dort gelassen habe. 😀

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Was mich auch fasziniert hat, war wie schnell man tatsächlich Leute kennen lernt. Nach ein paar kurzen Nachrichten war ich für den ersten Nachmittag mit zwei anderen Deutschen im Monkey Forrest verabredet. Der Affenwald war wirklich schön, doch ich hatte wirklich Respekt vor den kleinen aggressiven Affen. Ganz im Gegensatz zu manch anderem Touristen, der Geld dafür bezahlte, dass die Affen auf ihn kletterten…

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Zurück im Hostel lernte ich dann auch prompt meinen Reisebuddy für die nächsten Tage kennen: Carsten.

Gemeinsam mieteten wir am nächsten Morgen einen Roller, mit dem wir zunächst 2 Tempel in der Nähe besichtigen wollten. Dabei hielten wir uns ganz an die Worte von Kurt Tucholsky: „Umwege erweitern die Ortskenntnis.“ Ganz getreu dieses Mottos verpassten wir natürlich eine Kreuzung und fanden uns plötzlich bei den Reisterrassen von Tegalalang wieder. Kurzerhand hielten wir an und bestaunten den herrlichen grünen Anblick.

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Unser nächstes Ziel war der „Gunung Kawi“ Tempel, dessen Anlage wirklich schön und ruhig war. Lediglich die gefühlt 1000 Treppenstufen, die wir am Ende wieder hinaufsteigen mussten, fand ich nicht so gut. #faulwiesonstwas

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Von hier aus war es auch nur noch ein Katzensprung zum „Holy Springs“ Tempel, der, wie der Name schon verrät, eine heilige Quelle besaß. Der Tempel ist ein Wallfahrtsort der Indonesier, die aus allen Himmelsrichtungen kommen, um im heiligen Wasser zu baden. Von diesem Bad versprechen sie sich Heilung für Körper und Geist. Anstatt selbst ein heilendes Bad zu nehmen, unterhielt ich mich mit einer Gruppe indonesischer Studentinnen.
Immer wieder konnte ich während meiner Reise feststellen, wie fasziniert die Asiaten von uns Europäern sind – ich war dank meiner „vornehmen Blässe“ ein richtiger Exot. 😀

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Die letzte Etappe des heutigen Tages war die Besichtigung einer „Organic Farm“ bzw. einer Kaffeeplantage. Die Anlage war wirklich richtig schön und hatte viel mehr zu bieten, als nur Kaffee. Es gab viele Früchte und auch Kakao-Pflanzen und ich sah zum ersten Mal, wie eine Ananas wächst – verrückt! Außerdem konnten wir uns ansehen, wie der Kaffee hier (in Handarbeit) hergestellt wird. Zum Abschluss gab es dann noch eine Verkostung mit 12 verschiedenen Kaffee- und Teesorten. Meine Favoriten waren der Moccachino und der Lemongrass-Tee.

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Am nächsten Tag machten wir uns auf den weiten Weg nach „Tanah Lot“, wo es einen Tempel zu bestaunen gab, der auf einem Felsen kurz vor der Küste steht. Früher gab es einen Weg dorthin, heute kann man nur bei Ebbe den Tempel erreichen. Aufgrund der Brandung ist der Tempel mittlerweile stark gefährdet und man weiß nicht, wie lange es ihn noch geben wird.
Der Anblick war besonders dank des fantastischen Wetters wirklich toll. Jedoch konnten wir den Tempel nur aus der Ferne betrachten, da die Flut kam und der Wasserpegel bereits zu hoch war. Und auch trotz der schönen Kulisse und der sehr gepflegten Anlage waren wir ein wenig enttäuscht, bzw. der Meinung, dass 40.000 IDR Eintritt nicht gerechtfertigt sind.

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Im Vergleich dazu waren die 15.000 IDR, die wir in den Besuch des Affenwaldes von Sangeh investierten wesentlich besser angelegt. Der Wald ist viel größer, als der in Ubud und gleichzeitig viel weniger touristisch. Es wirkte tatsächlich viel mehr wie ein natürlicher Lebensort für die Affen. Außerdem waren die Affen hier meiner Meinung nach viel gelassener und weniger aggressiv, als in Ubud. Das einzige, was mich hier störte, war der gefühlt endlose Slalom durch unzählige Souvenir-Shops am Ende des Rundweges.

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Das Schöne daran verrückte Leute kennen zu lernen ist, dass man verrückte Sachen unternimmt. Wie z.B. zwei mal mitten in der Nacht aufstehen, um Euro League bzw. Champions League zu gucken. Danke dafür, Carsten! 🙂

Mit dem Roller fuhren wir außerdem noch nach Sanur, wo wir einen Strandtag einlegen wollten. So günstig Asien auch ist, bei der Miete für Strandliegen, können sie definitiv mit Europa mithalten. Satte 10€ wollten die Hotels bzw. Restaurants uns pro Liege abknöpfen, auch, wenn wir etwas zu essen oder trinken gekauft hätten. So verbrachten wir denn Vormittag also lesend und essend im Sitzen 😉 und krönten den faulen Tag mit einer balinesischen Massage. 🙂

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Wie schon erwähnt, lernt man tatsächlich ziemlich schnell neue Leute kennen und so begleitete Jule aus München uns am nächsten Abend zu einer traditionellen balinesischen Tanzaufführung. Der Tanz war wirklich empfehlenswert und definitiv mal etwas vollkommen anderes. Besonders beeindruckend fand ich den „Trance Dance“, bei dem zwei junge Mädchen mit verschlossenen Augen erstaunlich synchron tanzten. Die musikalische Untermalung war dabei komplett a-capella.

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Nach dem obligatorischen Souvenir-Shopping am nächsten Tag entschieden wir uns dazu eine Yoga-Stunde zu besuchen. Spontan belegten wir den „Restorative“ Kurs, der 1,5 Stunden Entspannung versprach. Im Nachhinein hätte ich aber doch lieber einen „richtigen“ Yoga-Kurs gemacht, da 90 Minuten still liegen (bzw. hielten wir in der Zeit 5 Posen), nicht gerade zu meinen Talenten gehört. Da brauche ich schon etwas mehr Bewegung.

Und plötzlich war auch schon der letzte ganze Tag in Ubud gekommen. Und obwohl der Tag ganz anders kam, als geplant, gehört dieser doch zu meinen Lieblingstagen auf der Reise. Eigentlich wollten Jule und ich zum botanischen Garten nach Bedugul im Norden der Insel fahren, aber ausschlafen, lange frühstücken und duschen, rauben doch einfach zu viel Zeit. Also entschieden Carsten und ich uns dafür diesen Tag ganz entspannt anzugehen. Nach einer weiteren Souvenir-Ausbeute nisteten wir uns in meinem geliebten Juice Ja Café ein, wo wir entspannt aßen und tranken (es gab Cappuccino, Joghurt, Pommes, Guacamole, Bagel und Hummus) und lasen. Außerdem konnten wir hier noch 2 Freibier abstauben – alles perfekt also. 😀

Bali Crew :)
Bali Crew 🙂

Am Tag der Abreise wollte ich dann nicht mehr groß durch die Gegend laufen und entschied mich nach dem Frühstück dafür einfach im Restaurant sitzen zu bleiben, Reisetagebuch zu schreiben und vor Ort zu essen, während Jule sich auf den Weg zu den Reisfeldern machte und Carsten im Ort essen ging. Und obwohl ich im Hostel blieb, erlebte ich wohl das aufregendste an diesem Tag: einen balinesischen „Beerdigungs-Umzug“. Dabei wurde der Verstorbene mit viel Tamtam, Prunk und Musik auf einer Art „Tempel-Podest“ aufgebahrt und begleitet von mehreren hundert Leuten zum Ort der Verbrennung getragen. Wirklich super spannend und beeindruckend zu sehen!

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Mit einem Shuttle-Bus ging es dann zum Flughafen, wo ich auch endlich meine Annika wieder traf. <3

 

Wie gewohnt hier noch meine Tipps:

  • Touren, wie z.B. die Wanderung auf den Vulkan immer in der Gruppe buchen, da man so den Preis besser runterhandeln kann
  • Roller am besten direkt für mehrere Tage buchen, da man auch so einen besseren Preis bekommt
  • Von Ubud aus kann man super in alle Himmelsrichtungen fahren – perfekter Ausgangspunkt 🙂

 

 

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