Asien-Tagebuch Teil 5.1: Startschwierigkeiten auf Bali

Der 5. Teil meiner Südostasien-Reise war einer der aufregendsten, denn ich war alleine unterwegs. Wer mich kennt, weiß, dass das eher zu meinen Albträumen zählt, irgendwo am anderen Ende der Welt alleine unterwegs zu sein. Aber ich wollte nun mal unbedingt nach Ubud, und da die Interessen meiner „Reisebuddys“ nun mal andere waren, musste ich alleine los.

Die Reise von Kuta, Lombok nach Ubud, Bali war dann auch tatsächlich nochmal ein kleiner Albtraum für sich und ich war öfters nah dran ein paar Tränen der Verzweiflung zu vergießen. Und da diese Reise nun mal so ein Spektakel war, werde ich sie auch in aller Ausführlichkeit aufschreiben – viel Spaß 😀

Um kurz nach halb 10 wurde ich am Morgen des 11.04. am Homestay abgeholt und es ging los in Richtung Hafen. Nach gut einer Stunde Fahrt fanden wir uns plötzlich in einer Polizeikontrolle wieder und der Fahrer musste nach dem Vorzeigen seiner Papiere das Auto verlassen. Die beiden anderen Mitfahrer und ich warteten fast 15 Minuten, bis der Fahrer endlich wieder zurück kam. (Da ich nicht wusste, wann genau die Fähre abfahren sollte, hatte ich natürlich schon ein bisschen Panik, dass das nicht mehr hinhaut.) Der Fahrer stieg ein und lachte und erklärte uns, dass er ein Knöllchen bekommen hatte, weil sein Führerschein nicht mehr gültig sei. Wie beruhigend…nicht.

Kurze Zeit später erreichten wir dann auch den Hafen, wo wir von einem wirklich freundlichen „Guide“ empfangen wurden. Dieser stellte mir dann auch mein Ticket für die Fähre aus und gab mir sofort das WLAN-Passwort, sodass ich mir die 45 Minuten Wartezeit mit Snapchat und Instagram vertreiben konnte. (Diese Hafen-„Raststätte“ war übrigens einer der dreckigsten Orte, die ich auf meiner Reise gesehen habe – von der Toilette will ich gar nicht erst anfangen, ihr sollt ja noch weiterlesen 😀 )

Als ein bereits halbvoller Reisebus auf dem Parkplatz hielt, wurde der vorher so gelassene Guide ziemlich hektisch und trieb uns alle mitsamt Gepäck auf die freien Plätze im Bus. Mit dem Bus fuhren wir dann bis kurz vor die Fähre, dann mussten alle wieder mit Sack und Pack aussteigen und zu Fuß auf die Fähre laufen. Verstehe einer diese Logik.

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Der vordere Teil der Fähre war klimatisiert und schon bald mit Touristen und Einheimischen gefüllt. Was ich ziemlich nervig fand, waren die unzähligen Verkäufer, die ihre Snacks und Getränke an den Mann bringen wollten.
Nach gut 4 Stunden kamen wir am Hafen von Padangbai an und ich musste feststellen, dass der Guide gar nicht mit auf der Fähre gewesen war. „Glücklicherweise“ waren alle anderen Touristen genau so planlos wie ich und wir begaben uns gemeinsam auf die Suche nach unserem Transfer.
Wie schon erwähnt gehören Schilder und Wegweiser nicht gerade zu den Stärken der Indonesier. Ein Polizist konnte uns dann aber erklären, wo wir unseren Shuttle-Bus finden konnten.
Der Shuttle war ein Mini-Bus, der definitiv nicht die Kapazität hatte 13 Gäste plus Gepäck zu transportieren. So saßen wir also ziemlich gequetscht und ein paar Rucksäcke wurden kurzerhand aufs Dach geschnallt.

Nach ca. 30 Minuten Fahrt der Ober-GAU: Die Kupplung des Busses war gebrochen und wir konnten nicht weiterfahren. Wir warteten also weitere 20 Minuten auf einen Ersatzbus an einer Tankstelle irgendwo im Nirgendwo. Während wir warteten suchte ich schon mall meinen Rucksack und bekam die nächste kleine Panikattacke, weil ich ihn nirgendwo sehen konnte – beim umladen stellte sich dann heraus, dass der Mini-Bus tatsächlich einen kleinen Kofferraum hatte. Nochmal Glück gehabt 😀

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Wieder unterwegs warf ich einen Blick auf die Karte (Maps.Me), um festzustellen, dass wir auf dem Weg Richtung Süden und nicht Richtung Landesinnere, also Richtung Ubud, waren. In Kuta kam dann der nächste Schock, als der Fahrer verkündete, dass dies der letzte Stopp wäre und alle aussteigen müssten. Glücklicherweise wollten außer mir noch 2 weitere Gäste nach Ubud und gemeinsam konnten wir den Fahrer dann davon überzeugen, dass er uns nach Ubud zu bringen hat. Mein klassisch deutsches Argument „Aber wir haben dafür bezahlt!“ hat tatsächlich geholfen.

Nach einer weiteren Stunde Fahrt kamen wir dann endlich in Ubud an. Es war jetzt ca. 20:30 Uhr und ich super hungrig und müde. Das „Nuza Hostel“ war schnell gefunden, doch bevor ich etwas essen konnte, wollte ich erst Geld abheben.

Als wäre der Tag nicht schon anstrengend genug gewesen, verweigerte mir ein ATM nach dem anderen den Service und mit jedem Mal, wo ich die Kabine ohne Geld verließ, wuchs in mir erneut die Panik. Mit meinen verblieben 60000 IDR würde ich nicht mehr weit kommen.

Beim sage und schreibe ACHTEN ATM hätte ich am liebsten einen Luftsprung gemacht und laut gejubelt, als ich endlich Geld abheben konnte. Und da sage nochmal jemand, dass Geld nicht glücklich machen kann 😉
Zurück im Hostel gönnte ich mir dann im dazugehörigen Restaurant eine Pizza und einen wundervollen Schoko-Milkshake und fiel danach todmüde ins Bett.

Leider gab es in diesem Beitrag nicht so viele Bilder, aber freut euch auf den nächsten – Ubud ist wunderschön!

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